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Der Ganztagsbereich

Ganztagskonzept von Hauptschule und Realschule Edemissen 

1. Pädagogisches Konzept

Die offene Ganztagsschule in Edemissen sichert den Schülerinnen und Schülern eine qualitative Vielfalt an Handlungs- und Lernerfahrungen. Sie ist unterstützendes Element des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrages und vermittelt den Schülerinnen und Schülern entwicklungsnotwendige Erfahrungen. Zugleich unterstützt und entlastet die Ganztagsschule die Familien, indem sie beiden Elternteilen die Teilhabe am beruflichen, sozialen und kulturellen Leben ermöglicht. Die Ganztagsschule übernimmt damit auch gesellschaftliche Funktionen.

Gesellschaftsbezogen ergeben sich folgende Aufgaben:

Vor dem Hintergrund veränderter Kindheit und Jugend dient das schulische Ganztagsangebot

  • der Stabilisierung sozialer Beziehungen und
  • dem Vorhalten sinnlich-gegenständlicher und motorischer Erfahrungen.

Dabei wird einer stärkeren Verhäuslichung und Mediatisierung kindlicher Erfahrungen und der Verinselung kindlicher Erfahrungsbereiche entgegengetreten.

Schulbezogen lassen sich folgende Aufgabenfelder zusammenfassen: 

Die offene Ganztagsschule Edemissen hält ein erweitertes Bildungsangebot vor, das

  • zur Chancenverbesserung für Kinder und Jugendliche aus schwachen und bildungsfernen Familien dient,
  • zur Förderung von bildungsbezogener und sozial-emotionaler Kompetenzen bei differierenden Leistungsniveaus und Lernausgangslagen von Schülerinnen und Schülern dient. Damit ist auch die Förderung von Leistungsstarken impliziert.

Die Ganztagsangebote orientieren sich vorrangig an zentralen Bildungsansprüchen, die sich aus den schuleigenen curricularen Arbeitsplänen ergeben. Sie dienen der

  • Stützung der Sprachkompetenzen, der mathematischen Kompetenzen, der gesellschaftlich-politischen und musisch-kulturellen Kompetenzen sowie der individuellen Förderung,
  • der Persönlichkeitsentwicklung durch den Aufbau sozialer Kompetenzen. Dazu gehören die Problemlösefähigkeit, die Konfliktfähigkeit, die Eigeninitiative, die Eigenverantwortlichkeit und auch die Kreativität.
  • lebenspraktische Kompetenzen wie Umweltbewusstsein, Medienkompetenz, Gesundheitserziehung, Werteerziehung bis hin zum Umgang mit Geschlechtlichkeit und multiplen kulturellen Erfahrungen.
  • Bewegungserfahrungen, die die sensorisch-motorische Integration – insbesondere in den Eingangsklassen - ermöglichen.

Generell lassen sich für die praktische Umsetzung folgende Kategorien differenzieren:

  1. Unterrichtsbezogene Angebote (Förderunterricht und Hausaufgabenbetreuung)
  2. Sport- und Bewegung
  3. Musisch-kulturelle und kreative Angebote
  4. Soziale Angebote

Besondere Beachtung erhält auch die Homogenisierung und Rhythmisierung der schulischen Zeitstruktur. Unsere offene Ganztagsschule fordert besonders die Konzentrations- und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler.

Um den Schultag aktiv und aufmerksam erleben zu lassen

  • werden 45 Minuten-Taktierungen sooft wie möglich aufgehoben und durch 90 Minuten-Blöcke ersetzt.
  • sind die Mittagspause und die Mittagsmahlzeit unverzichtbar.
  • werden geleitete Spiel- und Bewegungsangebote in den Pausen und Übergangszeiten vorgehalten.

Zur Qualitätssicherung werden dokumentierte Maßnahmen zur Weiterentwicklung des pädagogische Konzepts regelmäßig durch eine „Arbeitsgruppe Ganztagsschule“ evaluiert.

Dazu werden Verbesserungsvorschläge der Schulgemeinschaft gesammelt, Schüler-, Elternschaft- und Lehrerschaft befragt und ein Maßnahmenkatalog mit Priorisierungen erstellt. Besonders werden hier Fortschreibungen schuleigener Arbeitspläne unter dem Aspekt ganztagsbezogener Unterrichts- und Erziehungsarbeit koordiniert.

 

2. Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schulzentrum Edemissen

Tätigkeitsbereiche und Aufgaben

Die pädagogischen Mitarbeiter unterstützen die Erziehungsarbeit der Lehrkräfte. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere:

2.1 Freizeitbereich

  • Eigenverantwortliche Durchführung von Arbeitsgemeinschaften
  • Materialbeschaffung und -herstellung, Ausgestaltung des Freizeitkellers
  • Betreuung von Schülern im Freizeitbereich

2.2 Betreuung von besonderen Schülergruppen, z.B. von Schülern mit Verhaltensschwierigkeiten, Lernschwierigkeiten, Migranten.

  • Durchführung von Beratung im Rahmen des Beratungskonzeptes
  • Durchführung von Arbeitsgemeinschaften oder Projekten im Rahmen des Beratungskonzeptes
  • Integrationsmaßnahmen
  • Mitarbeit im Projekt Konfliktschlichtung

2.3 Aufgaben im außerunterrichtlichen Bereich der Schule

  • Zusammenarbeit mit Lehrkräften und anderen Mitarbeitern der Schule bei Vorbereitung und Durchführung von Schulveranstaltungen (z.B. Feiern, Fahrten, Wanderungen, besondere Vorhaben)
  •  Mitwirkung bei Elternversammlungen
  • Mitarbeit in Arbeitsgruppen oder Ausschüssen der Konferenzen

2.4 Konzeptionelle Arbeit 

  • Arbeitsplatzbeschreibung
  • Erstellung von Freizeitkonzepten
  • Kooperation mit außerschulischen Partnern
  • Erstellung eines Beratungskonzeptes für pädagogische Mitarbeiterinnen und - mitarbeiter in Zusammenarbeit mit den Beratungslehrkräften
  • Erstellung eines Dokumentationssystems
  • Konzept „Öffentlichkeitsarbeit“ (z.B. Internetpräsenz, Präsentation, …)

2.5 Aufsichtsführung

  • im Freizeitbereich und im Schulzentrum von 7:15 Uhr bis 15:30 Uhr (an Tagen mit Ganztagsunterricht) und von 7:15 Uhr bis 13:30 Uhr (freitags)
  • in Freizeitgruppen (besonders in schülergeleiteten Freizeitgruppen)
  • bei Schulveranstaltungen (z.B. Feiern, Fahrten, Wanderungen, besondere Vorhaben)
  • in Schülerarbeitsstunden (z.B. bei Projektarbeiten)
  • in der Mittagspause 13:10 (Aula)

2.6 Ausbildungsangelegenheiten

  • Betreuung und Anleitung von Praktikanten der Fachschulen und  Fachhochschulen für Sozialpädagogik

2.7 Zusammenarbeit mit anderen Stellen

  • Kontakte und Erfahrungsaustausch mit den staatlichen, kommunalen und privaten Trägern der Jugendhilfe im Einzelfall
  • Entwicklung
  • Erfahrungsaustausch mit pädagogischen Mitarbeitern anderer Schulen

2.8 Schulformbezogene Projekte und Angebote

2.8.1. Hauptschule

  • Übergang Schule-Beruf
  • Hilfe bei der Ausbildungssuche
  • Sozialtraining
  • Lernangebote für Schulverweigerer
  • Angebote für Schulverweigerer

2.8.1. Realschule

  • Gruppenbezogene Angebote

o Sozialtraining

o Erarbeitung und Einübung von Lernstrategien

o Methodenkompetenztraining

2.9. Fortbildungen

  • Die pädagogischen Mitarbeiter nehmen in regelmäßigen Abständen an Fortbildungen teil
  • Teilnahmen an SCHILF-Veranstaltungen

 

3. Charakteristische Angebote der Ganztagsschule Edemissen

Bläserklasse

Pädagogische Ziele

Systematisches Erlernen eines Orchesterblasinstrumentes und gemeinschaftliches Musizieren (einschl. Notenlehre) sollen ermöglicht werden.

Dabei wird zusätzlich erreicht:

  • Positive Auswirkung auf das Lernklima
  • Teamfähigkeit als Schlüsselqualifikation
  • Rücksicht nehmen und gegenseitig unterstützen
  • Zielorientiertes Arbeiten

Organisation

Die Schüler/innen werden in zwei Doppelstunden zu einer Bläserklasse zusammengefasst. Sie erhalten in Kleingruppen Instrumentalunterricht und treffen sich gemeinsam in einer Orchesterprobe. Die Instrumente werden gegen eine Leihgebühr ausgeliehen. Nach der zweijährigen Ausbildung besteht die Möglichkeit in einem Schulorchester mitzuwirken.

Raum-, Personal- und Materialbedarf

Verträge mit Musiklehrern für die Instrumentalausbildung abschließen, Beschaffung von Musikinstrumenten, Bereitstellung von 5 Räumen für ca. 8 Wochenstunden

Konfliktschlichtung

Im Konfliktlotsenprogramm bieten Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen (Konfliktlotsen) Hilfen für die Schülerinnen und Schüler des gesamten Schulzentrums an, wenn sie Konflikte untereinander nicht aus eigener Kraft lösen können.

Sollte also eine Schülerin oder ein Schüler feststellen, dass es Probleme/Konflikte mit Mitschülern gibt, können sich die beiden Konfliktparteien an das Büro der Konfliktlotsen wenden. Dort kann ein Gesprächstermin mit einem von den Konfliktparteien ausgewählten, unabhängigen Konfliktlotsen vereinbart werden.

Im Schlichtungsgespräch unter Gleichaltrigen (Peer-Mediation) können die Konfliktparteien zunächst ihren Standpunkt vortragen. Daran anschließend fasst der Konfliktlotse die Darstellung zusammen und gemeinsam wird versucht, eine Definition des Problems zu finden, der beide Seiten zustimmen können.

Im Zentrum des Schlichtungsgesprächs steht eine Vereinbarung zwischen den Konfliktparteien: Die beteiligten Schülerinnen und Schüler einigen sich auf Lösungsansätze, die sie bereit sind, auszuprobieren und zu tragen. Das Ergebnis kann von den Schlichtern festgehalten und von den Parteien unterschrieben werden. Ein Folgetreffen zur Überprüfung der Tragfähigkeit der Vereinbarung kann vereinbart werden.

Schlichtungsgespräche werden vertraulich behandelt.

Pädagogische Ziele

Konfliktlotsen ermöglichen Konfliktparteien ein strukturiertes Schlichtungsgespräch: Hier haben die Parteien (Beteiligten) Gelegenheit, ihr Problem in einem geordneten Gesprächsrahmen vorzutragen. Die Konfliktlotsen übernehmen dabei die Moderation.

In der Regel werden die Schlichtungen in Absprache mit den Konfliktparteien und den Lehrkräften am Vormittag terminiert.

Buslotsen und Schülerlotsen

Pädagogische Ziele

Die Schüler sollen lernen, dass das Zusammenleben in einer Gruppe - wie auch die Schule - nur gut funktionieren kann, wenn man einander hilft, Regeln einhält, Konflikte vermeidet und in dieser AG der Bus- und Schülerlotsen auch die Gefahren im Straßenverkehr verhindert.

Organisation

Die Schüler der Buslotsen-AG werden unter Mitarbeit der Polizei und der Straßenverkehrswacht ausgebildet, um den Schülertransport mit den Bussen zu regeln. Besonderer Schwerpunkt ist das geordnete Aufstellen und Einsteigen an den Bushaltestellen.

Die Schülerlotsen erhalten unter Mithilfe der o.g. Institutionen die Ausbildung, um für die Grundschüler, besonders der 1. Klasse, eine Schulwegsicherung an Zebrastreifen zu gewährleisten.

Raum-, Personal- und Materialbedarf

Ausstattung mit Kennzeichen, die die besondere Funktion der Schüler/innen deutlich machen: Signalwesten, Namensschilder u.ä

Bewegungstheater

Pädagogische Ziele

Ziel der AG ist es, den Schülern Freude an der eigenen körperlichen Bewegung zu vermitteln. Durch die Gruppenarbeit sollen sie sich in einem sozialen Miteinander erproben und den Zusammenhalt der Gruppe erfahren.

Je nach Gruppenleistung wird zum Ende hin eine kleine Aufführung vorbereitet. Eine Aufgabe unseres Nachmittagsangebotes ist es, unseren Schülern in ihrem Freizeitbereich neue Impulse anzubieten oder vorhandene Interessen zu fördern und auszubauen.

Außerdem soll es zu dem Vormittagsunterricht einen Ausgleich schaffen, indem Schüler weitere Formen des Lernens kennen lernen.

Das Bewegungstheater bietet sich dafür besonders gut an. Denn im darstellenden Spiel, zu dem das Bewegungstheater zählt, werden die körperlichen und sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten ebenso angesprochen wie der Gefühlsbereich, die Spontaneität und Phantasie der Spieler. Hinzu kommt noch, dass in der Bewegung mit anderen im gemeinsamen Spiel soziale Kontakte ausgelöst und gefestigt werden.

Im Bewegungstheater liegt der Schwerpunkt in der Arbeit mit dem eigenen Körper, der eigenen Körpererfahrung und dessen Ausdrucksvielfalt für sich und in der Gemeinschaft.

Organisation

Bei der Ausgestaltung der AG sollen die eigenen Ideen und Wünsche der Schüler zusammen mit folgenden Übungseinheiten den Inhalt des Angebotes bilden:

  • Spiele zur Raum und Körpererfahrungen
  • Spiele zur Körperan- und entspannung
  • Einfache akrobatische Übungen aus dem Sporttheater
  • Elemente aus der Tanzpädagogik und Hinführung zu einfachen Tanzfrequenzen

Bei der Ausgestaltung der Stunden ist es wichtig, dass das Verhältnis zwischen Einzel- und Gruppenübungen ausgeglichen ist, bzw. der Gruppensituation entspricht. Außerdem sollte je nach emotionaler Gruppenstimmung die pädagogische Methode des Situativen Ansatzes berücksichtigt werden. Das gilt auch für einzelne Schüler.

Außerdem ist es für die Motivation der Schüler sinnvoll, wenn bei der Stundenplanung, das schon Erlernte mit neuen Elementen vermischt wird.

Raum-, Personal- und Materialbedarf

Zur methodischen Unterstützung können folgende Materialien mit in die einzelnen Spielhandlungen eingebaut werden:

  • Jongliertücher
  • Zeitungen und Wäscheklammern
  • Ein Schwungtuch, eignet sich gut für bewegte Gruppenerfahrungen
  • Bälle und Reifen aus dem Sportunterricht
  • Rhythmikinstrumente
  • Musik- CDs mit unterschiedlichen musikalischen Stimmungen, z. B. „müde/ verträumt“, „ hektisch/ angespannt“, „aggressiv…“ und einen CDPlayer Räumlich wird die Aula des Zentrums genutzt.

Start Card

Pädagogische Ziele

  • Orientierungshilfe bei der Sichtung der vielfältigen Berufsausbildungen geben
  • Erfahrungs- und Handlungsfelder bereitstellen
  • Lernmotivation stärken
  • Erfolgserlebnisse vermitteln
  • Akzeptanz in der Welt der Erwachsenen erfahren
  • Vorbilder erleben
  • Gespräche / Informationen / Auseinandersetzungen
  • Selbstreflexion / Persönlichkeitsentwicklung
  • Entscheidungshilfen geben

Organisation und Deskription des Projektes

Das Start-Card-Projekt ist eine Initiative der Kreisvolkshochschule Peine. In einem Netzwerk arbeiten zusammen: Ausbildungsbetriebe, Schule, Arbeitsberatung, Lehrkräfte.

Eine Start-Card stellt Anforderungen, die außerhalb der Schulzeit zu erfüllen sind. Eine komplett eingereichte Start-Card umfasst 70 in Eigeninitiative geleistete Stunden, die der intensiven Auseinandersetzung mit dem Übergang Schule / Beruf dienen.

Bücherei

Im Ganztagskonzept stellt die Leseförderung einen Schwerpunkt dar. Unter dem Eindruck internationaler Schulvergleiche hat sich gezeigt, dass insbesondere deutsche Schülerinnen und Schüler zum Teil äußerst schwache Leistungen im Leseverständnis aufbringen. Gerade im unteren Leistungsbereich, der Kompetenzstufen I und II der PISA-Studie waren deutsche Schülerinnen und Schüler stark vertreten. Auch in Edemissen besteht in diesem Bereich erheblicher Förderbedarf. Häufig ist die häusliche Lesesozialisation der Schülerinnen und Schüler nicht gegeben; hier setzt die Aufgabe der Ganztagsschule ein, gezielt den Schülerinnen und Schülern das Lesen nahe zu bringen. Während im Unterrichtsvormittag selten Zeit bleibt, gezielt Leseprojekte zu starten, bieten sich in der Ganztagsschule die Nachmittagsstunden, Freistunden und Übergangsstunden (z.B. während der Mittagspause, 45 Min.) für die  Förderung an.

Die Bibliotheksarbeit des Zentrums ist somit Bestandteil des Ganztagskonzepts beider Schulen. Sie ist inhaltlich, räumlich und konzeptionell als Kooperation angelegt, so dass sie den erweiterten Bildungsauftrag der Ganztagsschulen unterstützt. In  ganztagskontingentierten Stunden werden sowohl Einzelmaßnahmen als auch gegliederte Bausteine geplant, die ein Spiralcurriculum zur Leseförderung der Ganztagsschulen ermöglichen.

Im Bereich der Lese- und Rechtschreiblernens und der Lernentwicklungsbegleitung nutzen die Partnerschulen die Bibliothek als Förderort.

Hier lassen sich differenzierende Lernangebote und Lernanforderungen der Leseförderung vorhalten, die während des gesamten Tages zur Verfügung stehen.

Die direkte Anbindung der Bibliothek an den Freizeitbereich ermöglicht darüber hinaus sowohl räumlich als auch zeitlich eine Homogenisierung des Ganztagsangebot.

Insgesamt soll die Bücherei ein attraktives Angebot präsentieren, das

  1. Leseförderung und Lesefreude erzeugt,
  2. Leseprojekte am Nachmittag ermöglicht und
  3. freizeitpädagogische Aspekte berücksichtigt.

Konkret werden folgende Projekte verfolgt:

1. Lesewettbewerbe der Eingangstufe (Klassen 5 und 6)

2. Antolin-Programm

3. "Werkstatt Leseförderung“ :

a. Bausteine zur Leseförderung, Projektanleitungen zu einem  „Literaturrätsel“,

b. Lesenächte und

c. Lesetagebücher

4. Leseförderung:

a. Recherchen,

b. Lesetechniken und –strategien,

c. Lesetraining

d. Texterschließung

e. Lesetipps

f. „Thema, Stoff und Recherche“

Dieses Angebot spricht Schüler an, denen die Bibliothek bereits bekannt ist und die themenbezogen arbeiten möchten. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Erlernen eigenständiger Recherchekompetenz. Dabei wird ein spezieller thematischer Ausschnitt des Bestandes präsentiert, anschließend folgen die Aufgabenbearbeitung zum Thema und die Aufgabenauswertung in Kleingruppen.

Speziell bei dieser Art der Klassenführung werden auch die multimedialen Möglichkeiten der Bibliothek mit einbezogen.

Insgesamt stellt die Einbeziehung der Bibliothek in das Ganztagskonzept eine erhebliche Profilerweiterung der beteiligten Schulen dar. Hier werden die Kompetenzen qualifizierten Fachpersonals, einer Diplom Bibliothekarin und einer Fachkraft für Medien- und Informationsdienste, in eine Kooperation mit den offenen Ganztagsschulen eingebunden.

Bewegungspädagogik

Pädagogische Ziele

Seit Ende Dezember 2005 werden im Rahmen der Ganztagsschule einmal wöchentlich AG’s von unserer Schulsozialarbeiterin in Bewegungspädagogik/Psychomotorik erteilt. Dieses Angebot richtet sich besonders an die Schüler der 5. bis 6. Jahrgänge. Die Gruppengröße setzt sich aus 8 bis 10 Schülern zusammen.

Unter dem Anspruch einer ganzheitlichen Vorgehensweise steht die Förderung der gesamten Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes durch das Medium Bewegung im Vordergrund.

Sie beinhaltet spezielle Fördermöglichkeiten, vor allem in den Bereichen der Wahrnehmung, des Körpererlebens, der Körpererfahrung und des sozialen Lernens.

Über die Freude an der eigenen Bewegung mit spielerischen und kreativen Elementen, sollen somit die Schüler in ihrer Handlungs- und Lernmotivation gefördert werden.

Organisation und detaillierte Beschreibung der Aktivitäten

Zur Organisation ist es wichtig, dass die Stunden rechtzeitig in den Raumverteilungsplan mit eingebaut werden, damit die Nutzung der Sporthalle für dieses Angebot gesichert ist. Wegen des besonderen Förderbedarfes sollten diese Förderstunden in dem Vormittagsbereich mit aufgenommen werden.

Raum-, Personal- und Materialbedarf

  • eine der Sporthallen
  • und für kleinere Fördereinheiten die Aula

Medienerziehung

Das Lernen und Lehren mit Computer und Internet kann den Unterricht interessanter, anregender und effektiver machen. Lernen findet in der Ganztagsschule auch in den Ganztagsangeboten statt. Insofern ergeben sich im Bereich Medienerziehung folgende curriculare Kernkompetenzen für den Ganztagsunterricht:

  1. Entwicklung elementaren Verständnisses der Technologien
  2. Befähigung, die Informations- und Kommunikationstechniken kritisch zu beurteilen

Einführung eines Trainingsraums (Schwerpunkt HS)

Pädagogische Ziele

Die offenen Ganztagsschulen sollen demokratische und weltoffene Schulen in einem angenehmen Schulklima sein. In ihnen soll jeder Schüler seine Leistungsfähigkeit verbessern und seine Persönlichkeit entfalten können.

Um das zu erreichen, wollen wir in den Klassen eine Lernatmosphäre schaffen, die von Respekt und Ruhe, aber auch von Konzentration geprägt ist. Keinem Schüler soll die Freude am Lernen genommen werden, weil andere den Unterricht stören oder auf die Bereitschaft zum Lernen mit herabsetzenden Bemerkungen reagieren.

Ausgangslage

In vielen Schulklassen unserer Schule gibt es Schüler und Schülerinnen, die häufig den Unterricht stören. Der Unterricht verliert dadurch an Schwung, Tiefe und Qualität. Es kommt zu Unterrichtsstörungen, wo ein Unterrichtsfluss nötig wäre.

Die Folgen sind langdauernd, schwerwiegend und negativ.

Davon betroffen sind alle: lernbereite Schüler und die häufig störenden Schüler und Schülerinnen, Lehrer,…

Es entstehen Probleme in den Bereichen:

  • Motivation (Lernbereitschaft)
  • Konzentration (Lernfähigkeit)
  • Leistungen (Lernergebnisse)
  • Emotionen zur Gemeinschaft (soziale Beziehungen leiden)
  • Selbstwertgefühl
  • Frustrationstoleranz
  • emotionale Reife – Persönlichkeitsentwicklung

Durch die oben genannte Problemstellung besteht das Dilemma des Lehrers darin, dass er nicht gleichzeitig die lernbereiten Schüler unterrichten und

  • zunehmend lautere Störungen ignorieren,
  • zunehmend drastischer reglementieren,
  • mit den häufig störenden Schülern immer wieder über die Unterrichtsstörungen auseinandersetzen kann.

Vorhaben

Im Unterrichtsgeschehen muss es darum gehen, das Ausmaß der Unterrichtsstörungen auf die empfindlichen Lernprozesse gering zu halten.

Aus diesen Gründen gelten die folgenden drei Grundregeln:

  • Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.
  • Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.
  • Jeder muss stets die Rechte des anderen beachten.

Das Hauptziel des Programms besteht darin, die lernbereiten Schüler zu schützen und ihnen ungestörtes Lernen zu ermöglichen. Weitere positive Aspekte ergeben sich aus der sinnvollen Hilfe für den störenden Schüler, effektiveres Lernklima und Entlastung der Lehrkraft.

Um die Einhaltung dieser drei Regeln zu gewährleisten, bietet der Trainingsraum die Möglichkeit der sofortigen Reaktion auf jegliche Art von Unterrichtsstörungen.

Im ersten Schritt ermahnt der Lehrer den Schüler respektvoll. Bei wiederholtem Störverhalten muss der Schüler den Trainingsraum auf direktem Wege aufsuchen.

Um in die Klasse zurückkehren zu dürfen, muss der Schüler einen Rückkehrplan erstellen. Darin muss er die Ursache für die Störung nennen, die Auswirkung der Störung auf die Mitschüler und den Lehrer beschreiben und schriftlich festhalten, wie er die oben genannten Regeln in Zukunft einhalten wird. Der dort anwesenden Lehrer oder Sozialpädagoge bietet angemessene Hilfeleistung im Gespräch an. Die vom Schüler formulierten Besserungsvorschläge werden von dem Pädagogen geprüft und bei Einverständnis kann der Schüler in die Klasse zurückkehren.

Sofern die Lehrkraft, die den Schüler in den Trainingraum schickte, den Inhalt des Rückkehrplans zustimmt, darf der Schüler wieder dem Unterrichtsprozess folgen. Wird von diesem der Plan abgelehnt, muss der Schüler erneut den Trainingsraum aufsuchen.

Sollte sich der Schüler im Trainingsraum trotz einer Ermahnung weiterhin störend verhalten, muss er entweder von einem Elternteil abgeholt werden oder allein direkt nach Hause gehen. Er kann nur in Begleitung eines Elternteils wieder in die Schule zurückkehren, wo ein Beratungsgespräch stattfindet.

Die erfolgreiche Umsetzung der o.g. Unterrichtsregeln benötigt die aktive Mitarbeit der Schüler, der Eltern sowie der Sozialpädagogen und Lehrer, die sich gemeinsam auf das Regelwerk des Trainingsraum-Programms verständigt haben.

Die oben genannten Grundregeln werden den Schulklassen im Rahmen einer Klassendiskussion vorgestellt, den Eltern wird auf dem ersten Elternabend zu Beginn des Schuljahres das Konzept vorgestellt. Dabei wird auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus hingewiesen.

Zielvereinbarung

Anfang Januar 2007: Durchführung eines pädagogischen Nachmittags, zur inhaltlichen Auseinandersetzung und Festlegung einheitlicher Regeln.

Anfang Februar 2007: Die Öffnung des “Trainingsraum“ soll erfolgen – (Probephase)

Fördermaßnahmen

Realschule Edemissen

Das Förder- und Forderkonzept der Realschule ist ein Bestandteil des Konzepts zur Dokumentation und Umsetzung der individuellen Lernentwicklung von Schülerinnen und Schülern gem. Erlass „Die Arbeit in der Realschule“ und wird in erheblichem Stundenanteil im Nachmittagsbereich der Ganztagsschule umgesetzt.

Hierbei handelt es sich vorrangig um die Programmmaßnahmen, die sich auf die äußere Differenzierung beziehen.

Die Angebote variieren in jedem Halbjahr. Die Angebote des Förderunterrichts allein werden von mehr als 180 Schülerinnen und Schülern in der Woche genutzt, hinzu kommen die Schulungsprogramme in Informatik, die sich auf einen ganzen Jahrgang beziehen, das Lernstrategietraining, das sich auf ca. 20 Schülerinnen und Schüler des 6.Jahrgangs bezieht. Das LRS-Förderprogramm wird sowohl im Vormittagsunterricht als auch im Nachmittagszeitfenster von 14.00 – 15.30 Uhr umgesetzt.

Patenschaft für ein Trockenbiotop

Am 06.06.1996 hat der Landkreis Peine das Gebiet am alten Bahnhof in Wipshausen wegen seiner Bedeutung für die Natur unter Schutz gestellt. Es handelt sich um eine Magerrasenfläche, die eine Vielzahl seltener Pflanzen aufweist. Daneben findet man eine Fülle von Schmetterlingsarten und viele Kleintiere, insbesondere Eidechsen. Durch Sukzession und menschliche Eingriffe war der Schutzzweck schon wenige Jahre später gefährdet.

Nach schwierigen Verhandlungen, die sich über ein Jahr erstreckten, erhielt die Realschule Edemissen im Frühjahr 2004 die Genehmigung, diese Fläche zu betreuen und nach eigenem naturschutzfachlichem Konzept zu verändern.

Eigentümerin der Fläche ist die Deutsche Bahn AG, die dem Projektleiter, Herrn Henke, für die Projektfläche das Hausrecht gegenüber Dritten erteilt hat.

Die Arbeiten auf der ca. 32000 qm großen Fläche werden stets am Nachmittag durchgeführt. Am 12.10.2005 wurde das Projekt „Patenschaft der Realschule Edemissen für das Trockenbiotop am alten Bahnhof in Wipshausen“ mit dem Feldschlösschen-Naturschutzpreis ausgezeichnet.

Mittagspausenzeit - Bewegungskonzept

Bewegung und Sport haben in einem Ganztagskonzept eine zentrale Bedeutung. Die Schüler verbringen an mehreren Tagen der Woche acht Stunden in der Schule. Entsprechend ihrer Entwicklung haben sie ein unterschiedlich intensives Bewegungsbedürfnis, dem nicht ausschließlich mit den wöchentlichen Sportstunden des Lehrplans entsprochen werden kann. Insbesondere für die jüngeren Schüler der 5.-8. Klassen müssen zusätzliche Möglichkeiten eröffnet werden. Hierzu gehören:

  • Pausenhöfe, die sowohl Gruppenspiele (Fußball, Handball,…) als auch Bewegungsmöglichkeiten für den Einzelnen ermöglichen,
  •  tägliche Sportangebote im Nachmittagsbetrieb, die den unterschiedlichen Neigungen der Schüler entsprechen. Hier sind aber auch Angebote gefordert, die Schüler zu neuen sportlichen Erfahrungen bringen (z.B. Step-Dance).
  • positiv zeichnet sich auch ab, dass die Sportangebote mit einer Vorlaufphase bereits in der Mittagspause beginnen und in dieser Zeit für alle Schüler offen sind.

Der Sportbetrieb im Nachmittagsbereich wird nach diesem Konzept bereits umgesetzt, mit personeller Ergänzung außerschulischer Kooperationspartner. Im Kern wird er jedoch von Sportlehrern umgesetzt, die aufgrund ihrer Ausbildung nicht nur die sportliche Aktivität im Blick haben, sondern Leistung, Gesundheitserziehung und die Bildung des sozial-kooperativen Gemeinschaftssinns bei den Schülern verfolgen.

Die Umgestaltung der Pausenhöfe wird z. Zt. in einer Arbeitsgruppe vorbereitet. 

Frühstücks-AG

Zwei Schülergruppen bietet täglich im Wechsel unter der Leitung einer Lehrerin ein gesundes Frühstück für die Schüler. In der Küche des Freizeitkellers wird es hergerichtet und in den beiden großen Pausen verkauft. Es ist wie eine Schulfirma organisiert: Einkauf, Zubereitung, Verkauf, tägliche Abrechnung und Kalkulation.

In einem Schulzentrum dieser Größe gibt es eine Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die aufgrund der Familiensituation auf dieses Angebot regelmäßig gern zugreifen. Dieses Projekt läuft bereits seit 1995 und ist räumlich vorrangig auf den Freizeitkeller festgelegt, da hier eine Küchenzeile mit allen notwendigen Funktionsteilen vorhanden ist. Durch den angestrebten zusätzlichen Zugang vom Schulhof der Realschule wird der Ablauf des Verkaufs wesentlich verbessert.

Angebote von externen Partnern

Hundeführerschein: Frau Sohn, die ortsansässige Tierärztin, bietet im Ganztagsangebot den Schülerinnen und Schülern einen Kurs zur richtigen Führung und Pflege von Hunden an. Besonders beliebt sind die Veranstaltungen mit Drogen- und Spürhunden der Braunschweiger Kriminalpolizei.

Edemissen, 01. Dezember 2006